2020 die Uhr tickt ( trotz Corona )

: Es ist der 2. Februar 2020. Mein Freund Johannes und ich besuchten unsere Tuvalu in Preveza um einige Kabeln und Geräte zu erneuern und ergänzen. 

Das waren die Geräte, die wir einbauen wollten. Einen B&G Plotter Vulkan 9. Einen Wi-Fi Multiplexer sowie einen Bordrechner mit einem neuen 12V Bildschirm. 

Hier wurden alle Kabel am Navigationstisch freigelegt. 

Hier sind Kabeln, die ausgemustert wurden, weil keine Verwundung dafür mehr besteht. 

Auch die Kohlen für die" Travel Box Domenic" Generator, der uns 220 Volt mit 3,5 Kw liefert, mussten gewechselt werden. 

Verschiedene Kabeln an der Klemmbox wurden von NMEA 0183 auf NMEA 2000 gewechselt. 

Doch nach 1 Woche Arbeit sieht der Arbeitsplatz sehr vernünftig aus. Mit einem neuen Bordrechner, der über Iridiem Satellitentelefon und AIS und Funk verfügt lässt es sich gleich leichter arbeiten. 

Mit einem neuen Plotter Funkgerät sieht das Cockpit auch gleich ordentlicher aus! 
  

Heute ist der 8 Februar und wir verlassen Griechenland über Igoumenitsa nach Italien und fahren in die Heimat um weitere Vorbereitungen zu treffen. 

Alles lief nach Plan doch dann....

Doch auch davon liesen wir uns nicht Bremsen  

Sei es der Trocken-test unserer neuen Segel.

Ein Sicherheitstraining im nahe gelegenen Badeteich
  

oder ein „Medizin-Am-Boards-Seminar“ – zu tun gibt’s immer was! 

Am 17.8.2020 um 13:00 Uhr war es wieder soweit! Unsere Tuvalu durfte wieder ins Wasser.

Mit dem neuen Segeln von UK ging es Richtung Lefkada los. 
  

An der beeindruckenden Drehbrücke von Lefkada fuhren wir vorbei und weiter Richtung Süden. 

In der Bucht von Lefkada (Santa Maura) verbrachten wir unsere ersten 2 Tage an Board.

Natürlich mussten wir auch an Land, jedoch wollte unser Motor nicht.
Nach 2 Stunden und einem Ultimatum "wenn du nicht sofort anspringst verschenk ich dich an die Müllabfuhr!", überlegte der kleine Mercury es sich dann und lief los. 

Nach 2 Tagen fuhren wir dann auf die Insel Ithaki in die Bucht Akra Pigania.
Kristallklares Wasser sowie eine perfekte Sichte zu den Sternen zeichnete diese Bucht aus. 

Tags drauf fuhren wir eine große Distanz, die uns durch den  Kanal von Mesolongi brachte.
Ein sehr heikles Unterfangen war die  Fahrrinne mit 3m Wassertiefe mittig und !!20cm!! einen Meter daneben doch sehr anspruchsvoll.

In Mesolongi, an einem Samstag Nachmittag, mussten wir feststellen, dass sich unsere Vorräte dem Ende zuneigen.
Kein Problem dachten wir.
Nette Einwohner schickten uns von Supermarkt zu Supermarkt, alle hatten natürlich "ganz sicher geöffnet". Nach einem zweistündigen Marsch fanden wir dann doch einen Supermarkt und füllten unsere Vorräte wieder auf.
  

Nach diesem militärähnlichen Marsch hatten wir uns unsere Beute wohl redlich verdient!
Prost!

Nach einer entspannten Nacht in Mesolongi starteten wir Sonntag ca 10 Uhr Richtung Kanal von Korinth. 
Mit dem wunderschönen Blick auf die Brücke von Patras planten wir unsere Fahrt für den Tag.

Nachdem beim Planen der Tour auf einmal die Info entdeckt wurde, der Kanal sei Dienstags gesperrt, mussten wir spontan eine Nachtfahrt einlegen.
Unser kleiner Planungsfehler wurde jedoch reichlich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Griechischem Festland belohnt.

Nach einer ruhigen Nachtfahrt trafen wir gegen 11 Uhr an den Toren des Kanals von Korinth ein.
Nach der Anmeldung über Funk, bekamen wir unseren Passier Slot um 12 Uhr.
Somit hatten wir endlich eine Stunde "Pause"
Nachdem Ankern oder Anlanden nicht möglich war, durften wir diese Pause kreisend mit anderen Booten verbringen.

Endlich ging es los! Der sagenumwobene Kanal von Korinth durfte endlich unsere Tuvalu kennen lernen.


Das imposante Bauwerk aus Menschenhand brachte uns durchgehend zum Staunen.
Jedenfalls einen Abstecher wert.
Natürlich ist auch die Strecken-Ersparnis des Kanales nicht zu verachten.

Nach knapp einer Stunde und 6,5 km später waren wir am Ausgang angekommen.
An diesem Tag wussten wir die Preise der österreichischen Autobahnen zu schätzen, den die Griechen erleichterten uns für dieses kurze Vergnügen um €240,-

Mit dem Kanal im Rücken segelten wir noch knapp 3 Stunden Richtung Korfus.

Sucht man griechisches Dorf im Duden, findet man sicher ein Bild des kleinen Örtchens Korfus.
Relativ abgelegen, verirrt sich nur selten ein Tourist in dieses schöne Örtchen.

Nach landestypischer Manier füllten wir unsere Vorräte wieder mit Vitaminen auf.
Ein freundlicher Gastwirt besorgte uns umgehend einen Tankwagen der unsere Tuvalu wieder mit frischem Diesel befüllte.

Aller Schönheit zu trotz darf man nicht vergessen, wir sind noch immer in einer weltweiten Krisenzeit unterwegs.
Imposant stellte sich diese Erkenntnis wieder ein, nachdem wir ein Kreuzfahrtschiff mitten in der Ägäis ohne Passagiere fahren sahen.
Später wurde uns gesagt dies diene dazu, die Liegegebühren für diese Ozeanriesen irgendwie zu minimieren.

Nach dieser Begegnung fuhren wir nun weiter zu unserem eigentlichen Ziel, der Stadt Hydra.
Leider gehörte unsere Tuvalu nicht zu den 20 Mega-Yachten die dort Platz finden durften.
Somit beschlossen wir in einer Nachbarsbucht den Anker zu werfen.

Wieder mal zeigte sich uns ein wunderschöner Sonnenuntergang.
Dieser wäre uns so in der Stadt Hydra verborgen geblieben.

Weiter ging die Reise nach Monemvasia.
Der Blick bei der Anfahrt auf die Altstadt faszinierte schon sehr.
Diese Stadt ja doch noch immer fast gleich wie vor 500 Jahren!

Natürlich blieben auch solche Orte nicht von der Corona Kriese verschont.
Leider fanden wir sehr viele solcher Bilder vor.
Ein eigentlich sehr touristischer Ort ist einfach wie leer gefegt.

Im Yachthafen, normal voll mit Charterschiffen, fanden wir vereinzelnd Boote mit ein paar Besuchern der Stadt. 

Tags drauf war es endlich soweit.
Das Projekt aus Westlicher Richtung, das wir 2019 wegen zu schlechtem Wetter absagen mussten, konnte nun aus Östlicher Richtung nochmals angegangen werden.

Das Kap Malea konnte endlich bei wunderschönen Wetter durch uns und unsere Tuvalu bezwungen werden.
Am Leuchtturm (angeblich einer der Größte im ganzen Mittelmeer) vorbei war uns bewusst, wir haben es geschafft!

Als wir das Kloster von Malea passierten, haben wir das "Kaphorn vom Mittelmeer" bezwungen.
Nach diesem aufregendem Erlebnis brauchten wir erstmal eine Pause.

Zu unserem Glück war die schönste Bucht Griechenlands Elafonisos direkt in unsere Umgebung.

Die Karibik Griechenlands empfing uns mit 
türkis-blauem Wasser.
Natürlich nutzten wir die Chance um ausgiebig schwimmen zu gehen.

Nach einem schönen Tag in der europäischen Karibik wollten wir mit einem gutem Glas Whiskey den Tag ausklingen lassen.
Kurz nach Sonnenuntergang wurde in der Bucht von Elafonisos ein Feuerwerk abgefeuert.
Wir hätten euch gerne Bilder davon gezeigt, leider waren wir zu sehr mit Schauen beschäftigt um die Kamera zu holen.
Sorry :)
 

Als Fans des Filmes Fluch der Karibik durfte die Seeräuber-bucht Metapo nicht fehlen.
Anscheinend war der Ruf dieser Bucht zu schaurig, vielleicht war die Bucht auch einfach zu gut versteckt und so waren wir ganz alleine.

Hier ein kleiner Eindruck der Stadt Metapo.
Sollte es hier eine Demo geben, könnte man bestimmt alle Teilnehmer in einem Bus mitnehmen!

Den Versuch im Offiziellen Hafen der Stadt einzulaufen wollten wir nicht unbedingt wagen.
Wir dachten dieser ist zu Exclusive für uns.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt kamen wir am Dom von Metapo vorbei.
Natürlich war auch der den Größen der Stadt angemessen.

Aber auch hier zeigte sich, egal wie ein Bauwerk von außen auch aussehen mag, im Inneren ist alles sehr gepflegt.

Ein Besuch in der Taverne durfte nicht fehlen.
Auf Google Bewertungen haben wir nichts Negatives gefunden und wollten uns daher gerne überraschen lassen. 

Einen Apparativ (Wein aus seinem eigenen Keller) brachte uns der Wirt direkt an den Tisch.
Wir waren uns bis dahin noch immer nicht sicher ob das nun eine echte Taverne war oder wir uns in einen Vorgarten eines Anwohners setzten. 

Die Speisekarte war hier absolut unnötig, gab es ja auch nicht, denn es gab das was hier war.
An unserem Tag standen 2 frisch gefangene Fische mit Tomaten Salat aus dem eigenen Garten sowie Käse vom Nachbarn am Plan.

Als die Sonne langsam unterging bekamen wir doch ein wenig Angst von den alten Seeräuber Geschichten, wusste doch jeder Dorfbewohner genau, dass wir zu diesem einsamen Schiff gehörten.

Zum Glück gab es die Storys von Captain Jack Sparrow nur im Kino sodass wir unter voller Besegelung Tags drauf in Richtung Pylos durchstarten konnten. 

Vorbei an der geschichtsträchtigen, türkischen Festung von Methoni gelangen wir Nachmittag in die Bucht von Pylos.

Nach missglückter Landung an der Marina Pylos gingen wir in der wunderschönen Bucht von Pylos vor Anker .

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker starteten wir weiter Richtung Kyparissia.

Angekommen in der netten Stadt Kyparissia machten wir im neuen Hafen der Stadt fest.
Dieser musste nach einem gewaltigen Sturm 2017 neu gebaut werden.

Der Blick vom Schiff aus in Richtung Stadt war Nachts einfach nur atemberaubend.
Der Mond über der Stadt machte dann noch den Rest.
Gute Nacht!

Am nächsten Morgen hatten wir ein verlangen nach frischem Kaffee und Frühstück.
Nach einem anspruchsvollen Guten-Morgen-Spaziergang erreichten wir ein nettes Kaffee bei dem wir ein ausgiebiges Frühstück genossen.

Wie ging das Sprichwort?
Morgens wie ein Kaiser?
Ich denke das haben wir absolut erfüllt!
Immerhin mussten wir ja auch wieder zu unserer Tuvalu zurück!

Direkt im Hafen blieben wir nochmals kurz an der kleinen Kapelle der Seefahrer stehen und hofften auf eine sichere Weiterfahrt.

Nach dem gelungenen Start in den Tag fuhren wir mit unserem Maskottchen dem See-Schaf Willi (Seine Geschichte erzählen wir euch ein andermal) in Richtung Katakolon.

In Katakolon angekommen wussten wir warum wir 100m Ankerkette an Board haben.
Und ja! Auch diese kann zu kurz sein.
Nach etwas Spielen mit dem Boot haben wir dann die fehlenden 1,5m zum Steg doch noch irgendwie rausgeholt.

Nun war Waschtag angesagt!
Deck schrubben und Wäsche waschen standen nun an der Tagesordung.
Zweiteres wurde uns durch unsere bootseigene Waschmaschine abgenommen.

Nach unserem Putz Projekt machten wir einen Ausflug in die Stadt.
Die Stadt ist einer der Ausgangspunkte zum Olympia.
Hier starten nahezu alle  Kreuzfahrtschiffe die die Olympia besuchen wollen.
Jedoch hängen auch diese Riesen wegen der Corona Pandemie fest.
Hin und wieder fährt einer der Kreuzfahrtriesen aus, kommt jedoch nach einer kurzen Runde wieder in den Hafen.

Normal findet man in diesem Mini-Städtchen tausende von Kreuzfahrern.
Heuer ? Seht selbst! Alles leer....
Eigentlich spannend und gleichzeitig traurig anzusehen. 

Auch am Abend ändert sich dieses Bild nicht.
Die Strassen des kleinen Ortes, welcher rein für den Tourismus ausgelegt wurde, sind leer.

Am nächsten Tag, nach einer kleinen Segel Etappe machten wir im Norden von Zakynthos in den romantischen Hafen Agios Nikolaos fest. 

Ein Standbein der Landwirte auf dieser Insel ist die Stroh Produktion.
Dieses wird dann per Fähre ans Festland verkauft.

Im Örtlichen Supermarkt (klein, rot, 2 Räder) gibt's leider nicht die größte Auswahl um unsere Vorräte zu füllen.

Wie der Zufall es so wollte trafen wir in Agios Nikolaos unsere Bekannten Barbara und Joachim,  die wir in Kyparissia kennen lernen durften. 

Mit dem neuen  T-Shirt (Kleid) warf sich Barbara fürs gemeinsame Abendessen in Schale. 

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von unseren Freunden und es ging weiter nach Agia Effimia.

Bei Ankunft in Agia Effimia waren es durch den starken Wind von ca 40 knt. nicht möglich an der Mole festzumachen.
Wir mussten den Anker in der Bucht fallen lassen.
Beim fünften Versuch fühlten wir uns so sicher um diese Nacht am Anker zu verbringen.

Nach einer stürmischen Nacht am Anker fragten wir per Funk beim Marinero des Hafens an, ob es möglich sei einen Anlegeversuch zu starten.
Dieser meinte es könnte klappen und wir versuchten es.
Zum Glück hat alles geklappt!
Wir belohnten uns mit einem leckeren Frühstück an Board.

Nach dieser sehr rauen Nacht waren wir überglücklich, sicher im Hafen zu stehen und einen festen Boden unter den Füssen zu spüren.

Wir mussten wieder mal unsere Vorräte auffüllen und Roswitha nutze die Chance den lokalen Frisör zu besuchen.

Nachdem alles erledigt war nahmen wir noch ein letztes Getränk bevor es weitergeht nach Meganisi.

Prost Neptun!

Bei angenehmen 15 Knoten Wind brauste unsere Tuvalu übers Meer nach Meganisi.

In Meganisi angekommen machten wir bei dem Wirten Babbi fest. 
Dieser war uns schon von unserer Reise 2019 bekannt und somit mussten wir hier einfach wieder halt machen.

Leider konnte auch unser Freund Babbi nichts für die extreme Hitze an dem Tag, aber unser Daniel Düsentrieb (Roswitha) baute kurzerhand einen Windfang um die Belüftung unserer Kabine zu verbessern.

Bei einem schönen Spaziergang über die Insel bekamen wir in Spartochori einen perfekten Blick auf unsere Tuvalu, die in der Bucht von Meganisi auf unsere Rückkehr wartete.

Am nächsten Morgen ging es um die Insel Meganisi an der Stadt Vathy vorbei in die Bucht von Syvota auf der Insel Lefkada zum Wirten Stavros.

Bei unserem Wirten müssen wir einfach wieder Halt machen um einen seiner legendären Fische zu essen. 

Leider bemerkten wir auch hier wieder, dass wir den letzten Tag unserer Reise 2020 gerade verbringen.

So! Die bösen Gedanken ans Nachhause-Fahren sind über Board geschoben.
Unser kleiner 1 kg Fisch ist da!
Mahlzeit!

Wir genossen unseren letzten Abend auf unserer Tuvalu bei einem schönen Sonnenuntergang.

Letzter Segeltag 7.9.2020
Auf gehts in den Heimathafen von Preveza.

Vorbei an der Drehbrücke von Lefkas.
Wir machten einen kleinen Halt, da der Brückenwärter anscheinend gerade einen Frisör Termin hatte.
Mit einer Stunde Verzögerung machte er uns den Weg frei.

 

Ankunft in Preveza.
Noch schnell die Yacht wintertauglich machen.
Segeln runter und warten auf den Krantermin.

Nach ewiger Pflege und Aufräumarbeit mussten wir am 12.9.2020  unsere Tuvalu zurücklassen und den Heimflug nach Wien antreten.

Die Zeit bis zum Abflug verbrachten wir noch am Strand.
Hier ließen wir unsere Gedanken schweifen.
Nächstes Jahr soll es genau in diese Richtung gehen... das Ziel? Unbekannt.

So raus aus dem Tagtraum.
Der Flieger wartet bekanntlich nicht einmal auf uns...
Ab gehts nach Wien.

Ein kleiner Blick auf die Heimat.
Willkommen zurück in der Realität!
Willkommen in Österreich!
Ab jetzt zählen wir die Tage bis wir wieder zu unserer Tuvalu zurückkehren können und endlich mit unserem großen Projekt starten können!